Mehr Miteinander

Die Adventszeit hat begonnen. Zeit für mich, die vielen schönen Weihnachtsmärkte in unseren Ortsteilen und Weihnachtsfeiern zu besuchen. So war ich beispielsweise bei der Seniorenweihnachtsfeier in Lehnitz. Dort konnte ich spannende Gespräche führen und hier habe ich mal wieder festgestellt: Oranienburg ist ein „Dorf“ – irgendwie kennt doch jeder jeden. So traf ich eine Dame, die mit meinem Urgroßvater Alfred Collin zur Schule ging.

Die Welt ist klein, aber das gefällt mir eben besonders an Oranienburg. Wir sind eine große Familie.

Das habe ich auch beim Tag der Heimat, der vom  Bund der Vertriebenen (BdV) am 3. Dezember veranstaltet wurde, hervorgehoben. Der Vorsitzende, Herr Speckmann zog Parallelen der Flüchtlinge von damals und heute und appellierte trotz der Unterschiede an die Gemeinsamkeiten. Das habe ich in meiner kurzen Ansprache beim BdV aufgegriffen und von der Lebensgeschichte einer Verwandten erzählt. Sie musste 1945 aus einer kleinen Stadt an der litauischen Grenze flüchten. Bis zu ihrem Tode vor einigen Jahren war ihr Herz schwer, wenn sie an ihre Flucht dachte. Doch die Flüchtlinge von heute, und da berichtete ich von einer syrischen Familie in Lehnitz, mit der ich befreundet bin, haben ebenfalls  schwere Herzen. Das sollte man nicht vergessen. Umso abscheulicher fand ich die Rede von Herrn Ney (CDU) beim Tag der Heimat, der versuchte, die Flüchtlinge von damals und heute gegeneinander auszuspielen und Hass zu säen. Das war nicht nur geschmacklos, sondern ganz unterste Schublade. Ich kann es nur wiederholen: Hass bringt uns nicht voran. Wir sollten an das Verbindende zwischen den Menschen appellieren und mehr Miteinander leben.

In diesem Sinne – Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen
Ihre Jennifer Collin

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