Ein friedliches neues Jahr

Die besinnlichen Feiertage liegen hinter uns und das neue Jahr ist gestartet. Ich wünsche allen viel Gesundheit, Glück und vor allem Frieden – gerade in Zeiten wie diesen.

Ich hätte als junges Mädchen – gerade in der Nachwendezeit – nie gedacht, dass mir der Krieg mal so nah sein würde. Natürlich kenne ich viele Berichte meiner Großeltern aus der Kriegszeit. Sie waren noch Kinder und hatten ihren ganz eigenen Blick darauf.

Als ich 2002 im Rahmen eines Projekts nach Bosnien reiste, wurde mir auch da der Krieg präsenter, auch wenn der Jugoslawienkrieg schon einige Zeit zurück lag. Doch vielerorts konnte man die Einschusslöcher in den Häusern noch sehen. In dem Krieg starben vor allem viele junge, unbeteiligte Menschen.

In den vergangenen Jahren hat mich der Krieg in Syrien vielfach beschäftigt. Als Mutter zweier Söhne trifft dies mich, so glaube ich, noch viel tiefer als früher. Durch die sozialen Medien können wir fast „live“ dabei sein und vor allem Bilder verletzter sowie traumatisierter Kinder kursieren im Netz. Mir geht das sehr nah. Nicht nur deshalb hatte ich vor 2 Jahren mit Gleichgesinnten eine Eltern-Kind-Gruppe in der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz gegründet. Sie existiert noch heute, wenngleich ich nur selten dabei sein kann. Hier treffen Kinder der verschiedensten Nationalitäten aufeinander und spielen einfach miteinander. Viele Eltern, aber auch alleinstehende Männer, die ihre Familien zurücklassen mussten schauen vorbei und beschäftigen sich liebevoll mit den Kleinen.

Solch einen Umgang würde ich mir in vielen Kontexten wünschen: Mehr Miteinander, aufeinander zugehen und Verständnis. Jeder kann dazu beitragen, ein bisschen Frieden zu schaffen – sei es ein guter Nachbar zu sein, ein freundlicher Kunde, ein hilfsbereiter Passant oder ein fairer Mitstreiter in einem Wettbewerb.

In diesem Sinne: Auf eine gute Zukunft für Oranienburg.
Ihre Jennifer Collin

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