Plädoyer gegen Hass und für Toleranz

Am Wochenende hat es einen Brandanschlag auf eine Unterkunft von Asylsuchenden in Kremmen gegeben. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber die Angst ist und bleibt groß. Der Staatsschutz prüft derzeit, ob ein fremdenfeindlicher Hintergrund vorliegt.  Mich bestürzt diese Tat und ich verurteile sie aufs Schärfste – egal ob sie rechtsextremistisch motiviert war oder nicht. In jedem Fall war sie menschenfeindlich, widerlich und feige. Es ist mir schier unbegreiflich, wie man Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind – die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um hier Schutz zu finden – auch noch auf so niederträchtige Weise bedroht.  Ein friedliches und tolerantes Miteinander ist mir wichtig.

Ich bin froh, dass Oranienburg auch in seiner politischen Kultur in den letzten Jahren voran gekommen und als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet ist. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen. Demokratie und Toleranz sind Werte, die jeden Tag verteidigt werden müssen. Das ist mir ein Anliegen, das mir schon seit meiner Jugend sehr am Herzen liegt. Als Schülerin habe ich am Runge-Gymnasium dazu beigetragen, dass es den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhält. Ich habe in einer „AG gegen rechts“ mitgewirkt und die damals jährlich stattfindende Antirassismusdemonstration besucht. Zudem bin ich ausgebildeter „Peer Leader für demokratische Bildung und interkulturelle Kompetenz“. Noch heute unterstütze ich die Arbeit des Forums gegen Rassismus – wenn ich auch aktuell nicht immer an dessen Sitzungen teilnehmen kann.

Aber dennoch will ich festhalten: Oranienburg ist eine multikulturelle Stadt. Gewalt, Hass und Rassismus haben hier keinen Platz. Dafür werde ich mich auch als Ihre Bürgermeisterin einsetzen.

Ihre
Jennifer Collin

Ostergruß

Frohe Ostern wünscht Ihnen Jennifer Collin. 🙂

(…) Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge durch die Gärten und Felder zerschlägt, wie der Fluss in Breit und Länge so manchen lustigen Nachen bewegt, und, bis zum Sinken überladen, entfernt sich dieser letzte Kahn. Selbst von des Berges ferner Pfaden blinken uns farbige Kleider an. Ich höre schon des Dorfs Getümmel. Hier ist des Volkes wahrer Himmel. Zufrieden jauchzet gross und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Auszug Osterspaziergang, Faust I, Johann Wolfgang von Goethe)

Über Gerechtigkeit

Jeder Mensch hat ein bestimmtes Verständnis von Gerechtigkeit – so auch ich.

Für mich hat das etwas mit Fairness, Teilhabe und Chancengleichheit zu tun. Ich würde von mir selbst sagen, dass ich ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl habe. Schon als Kind war ich sehr betroffen, wenn ich den Eindruck hatte, dass jemand ungerecht behandelt wurde. Mehr noch: Ich wurde aktiv – als Schülersprecherin, Mitglied der Schülerzeitungsredaktion oder Aktive gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Noch heute verspüre ich diesen Gerechtigkeitsdrang. Er hat stark dazu beigetragen, dass ich mich um das Amt als Bürgermeisterin bewerbe.

Für mich sind die universell geltenden Menschenrechte das höchste Gut – egal ob man jung oder alt, reich oder arm, Mann, Frau oder Transgender, religiös oder Atheist, behindert oder nichtbehindert, homo-bi- oder heterosexuell, oder was auch immer ist. Ich bin ein Mensch, der versucht, sich seiner Vorurteile bewusst zu sein und diese abzuschütteln; der versucht, sich seine Fehler einzugestehen und daraus zu lernen sowie immer mit offenem Herzen durch die Welt geht. Ich suche zwischen den Menschen eher nach Gemeinsamkeiten, als nach Unterschieden. Daher ist mir Gerechtigkeit und Chancengleichheit sehr wichtig. Deshalb bin ich in die SPD eingetreten und deshalb werde ich mich in Oranienburg als Bürgermeisterin für die (politische und soziale) Teilhabe aller Menschen einsetzen.

Heute habe ich mich mit der Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ der SPD getroffen. Bei unserem Gespräch ging es um die Belange von Menschen mit Behinderung. Dabei wurde ich in dem Standpunkt bestärkt:
Wir müssen in Oranienburg die UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umsetzen. Wenn wir alle ein gemeinschaftliches Konzept leben wollen, darf Inklusion nicht in der Schule halt machen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass niemand in Oranienburg benachteiligt wird. Dazu gehört für mich auch eine unabhängige Beratungsstelle für soziale Fragen.

Ihre
Jennifer Collin

Kleine Zwischenbilanz

Der Frühling ist da. Das ist an jeder Ecke zu spüren. Das bringt neue Energie und bedeutet für mich:
Es geht raus! Demnächst startet der intensive Haustürwahlkampf und die Vorfreude auf die Spielplatzsprechstunden steigt. Das heißt für mich: Ich treffe Sie, liebe Oranienburgerinnen und Oranienburger. Das heißt aber auch: Zeit, einmal auf die vergangenen 8 Monate zurückzublicken.

Seit fast einem ¾ Jahr befinde ich mich im Wahlkampf. In dieser Zeit habe ich viele Menschen schon getroffen. Besonders in Erinnerung bleiben mir natürlich meine ersten Termine als Kandidatin auf der Suche nach Mitstreitern – und die habe ich gefunden. Die Unterstützung innerhalb der SPD ist enorm. Aber auch außerhalb der eigenen Reihen besteht viel Unterstützung.

Ich freue mich, dass bekannte Persönlichkeiten in der Stadt mir den Rücken stärken und sich darüber freuen, dass ein junger, enthusiastischer Mensch die Stadtspitze erkämpfen will.

Für mich neu war es, zunehmend auf offener Straße erkannt zu werden und ein Stück weit Privatsphäre einzubüßen. Aber das nehme ich gerne in Kauf, denn ich möchte eine sehr nahbare Bürgermeisterin, „quasi zum Anfassen“ sein. Neulich habe ich eine halbe Bürgersprechstunde beim Kinderchirurgen in Hohen Neuendorf durchgeführt. Ich staunte nicht schlecht, dass sich meine Kandidatur sich selbst bis dort hin weitergesprochen hatte. Aber es machte Spaß, in ungezwungener Atmosphäre aufeinanderzutreffen und die Anliegen der Bürger zu besprechen. Gleichermaßen neu ist es aber auch, zunehmend auf die anderen Kandidaten zu treffen. Auch hier ist mir ein lockerer, entspannter Umgang miteinander wichtig und das funktioniert bisher ganz gut.

Immerhin treten wir zu einer demokratischen Wahl und einem besonderen Amt als Kandidaten an.
In diesem Sinne freue ich mich auf die kommenden 6 Monate, in denen ich darum kämpfen werde, Ihre Bürgermeisterin zu werden.

Ihre  Jennifer Collin

Erinnerungen an den 15. März 1945

„Es bebte und krachte fürchterlich …ich betete, dass ich zuerst sterben möchte“

Heute vor 72 Jahren war Oranienburg einem schweren Bombenhagel ausgesetzt.  Mehrere Tausend Menschen verloren ihr Leben; die Stadt wurde schwer zerstört. Der 2. Weltkrieg, der von den Nationalsozialisten mit abscheulicher Gier und Zerstörung ausging, war spätestens jetzt mit all seinem Schrecken in Oranienburg angekommen.

Viele Einwohner erinnern sich noch an diesen Tag, an den wir heute mit diesem Zeitzeugenbericht von Inge Risse erinnern wollen. Zudem findet ab 16 Uhr auf dem städtischen Friedhof ein Gedenken statt, zu dem Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, Pfarrer Friedemann Humburg und das Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt eingeladen haben.

Ihre
Jennifer Collin

Holländisches Viertel – Gibt es nicht wichtigere Themen?

Vor 2 Wochen bin ich mit der Idee eines holländischen Viertel an die Öffentlichkeit gegangen. Sie führte zu sehr viel Interesse und positiver Resonanz. An diesem Samstag werde ich mit ein paar SPD-Mitgliedern und einigen Bürgern eigens eine Projektfahrt ins niederländische Enschede unternehmen, um mehr über Stadtplanung und holländischen Wohnungsbau zu erfahren. Ich bin schon ganz gespannt und voller Vorfreude.

Dennoch habe ich einige Stimmen vernommen, von denen es heißt: Holländisches Viertel – haben wir denn nicht dringendere Probleme? Ich sage dazu: Ja und nein.

Als Bürgermeisterin muss man aus meiner Sicht, Mut zu Gestaltungswillen beweisen. Hätte jemand vor 15-20 Jahren mal gedacht, dass wir irgendwann einmal die Schlossbrücke umsetzen würden und dass der Grünstreifen entlang der Havel eines der Top-Adressen zum Spazierengehen und Entspannen sein wird? Hätten wir vor 20 Jahren gedacht, dass die Orangerie wieder zum Leben erweckt wird und der Schlosspark einen so wunderbaren Wasserspielplatz erhält? Wie wir wissen, kam es anders und all diese Entwicklungen haben enormen Einfluss auf die Lebensqualität in unserer Stadt genommen. Das will ich auch erreichen.

Natürlich stehen wir vor sehr großen Herausforderungen – allen voran die Schaffung von (günstigem) Wohnraum und Kitaplätzen. Mit der Idee des holländischen Viertels möchte ich aber genau da ansetzen. So ein Quartier kann ein Mix aus Wohnungen für wirtschaftlich starke und schwächere Menschen – für Junge und Alte – für Alteingesessene und Neubürger sein. So ein Quartier kann Tagespflegeeinrichtungen für ältere Menschen, aber auch eine Kita oder Tagespflegestellen für Kinder enthalten. Wie wäre es zudem mit einem Generationenspielplatz?

Sie sehen: Ich habe ein Bild von Oranienburg vor Augen, das ich aber gerne gemeinsam mit Ihnen weiterzeichnen möchte. Was sind denn Ihre Vorstellungen für ein solches Quartier? Was wäre Ihnen dabei wichtig? Wo könnte es errichtet werden?

Ich plädiere dafür, nicht in Schranken zu denken und eine Vision für Oranienburg zu entwickeln – aber nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.

Ihre Jennifer Collin

 


Bild: Presseerklärung Hollandfahrt (v.l. Marga Schlag, Jennifer Collin, Dirk Blettermann)

Jugend voran – Mach’s ab 16!

Ich bin die Jüngste aller Bürgermeisterkandidaten. Für manch einen scheint das eine Schwäche zu sein, aber ich sehe es eher als Stärke. Ich bin kreativ und voller Elan. Trotz meines jungen Alters bin ich schon 10 Jahre in politischen Verwaltungen aktiv und kenne als studierte Politikwissenschaftlerin das System. Außerdem ist meine Jugendzeit noch nicht allzu lange her.
Schon als Schülerin habe ich mich für andere Kinder und Jugendliche eingesetzt. In meinem Job als Mitarbeiterin beim „Toleranten Brandenburg“ konnte ich viele spannende Projekte zur Jugendbeteiligung begleiten. Dazu gehörten auch Kampagnen wie „Mach’s ab 16!“ vom Landesjugendring. Was sich dahinter verbirgt? Ein tolles Portal rund ums Wählen ab 16 – denn seit Dezember 2011 können Jugendliche ab 16 Jahren im Land Brandenburg wählen – auch eine neue Bürgermeisterin in Oranienburg.

Von daher sei an alle Jugendlichen appelliert:

Macht euch schlau, guckt euch die Kandidaten an – aber vor allem und das ist mir sehr wichtig: Wählt demokratisch. Extremisten und Populisten sind nicht mehr als „anti“ – konkrete Lösungen braucht ihr euch von denen nicht zu versprechen Das sind die wahren „Volksverräter“ (um mal deren Polemik aufzugreifen).

Wenn ihr Fragen habt oder einfach mal etwas los werden wollt zu Oranienburg, schreibt mir:

Mail an Jennifer – info@jennifercollin.de
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Jennifer auf Twitter

Mehr Informationen zum Wählen ab 16 gibt es hier: http://www.machs-ab-16.de

Eure Jennifer

Jennifer Collin – Jugend voran

Schafft sie das?

Ich höre die Frage immer wieder:

„Schafft sie das mit 2 kleinen Kindern? Und sie ist ja erst 32 Jahre jung….“
Ich habe Verständnis für diese Frage und kann Sie beruhigen:

„Ja, ich schaffe das.“

Unsere Mütter haben es uns schon vor 30 Jahren vorgelebt: Beruf und Familie – das geht. Und erst Recht, wenn die Familie zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt.

Ich bin ein Mensch, der nicht die Hände in den Schoß legt und auf das wartet, was auf einen zukommt. Ich nehme die Dinge selbst in die Hand. Seit meinem 14. Lebensjahr arbeite ich, mit 18 bin von zu Hause ausgezogen, um zu studieren. Teilweise hatte ich neben dem Studium 2 Jobs. Dabei war mir der familiäre Rückhalt immer wichtig und eine große Stütze.

Seit 10 Jahren arbeite ich in verschiedenen politischen Verwaltungen, sei es Bundestag, Landtag oder zuletzt als Referentin im höheren Dienst des Bildungsministeriums in Potsdam. Als studierte Politikwissenschaftlerin und im politischen Leben engagierter Mensch weiß ich, was auf mich zukommt.

Die erste Generalprobe hatte ich bereits vor 2 Jahren, als es galt den 40+ -Stunden Job inkl. Pendeln nach Potsdam zu managen. Hinzu kamen zahlreiche Abendtermine, z.B. Bauausschussitzungen in Oranienburg, Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen etc.- und es hat geklappt. In den letzten Wochen galt es dann, über 120 Termine in Oranienburg zu absolvieren – z.T. abends und am Wochenende. Und auch das hat wunderbar geklappt. Das ist vor allem der Unterstützung meiner wunderbaren Familie zu verdanken. Hier werden sozialdemokratische Werte gelebt.

Ich will ein positives Beispiel für viele junge Frauen sein, denen vielleicht hier und da mal gesagt wird, es geht nicht. Es geht doch!

Jennifer Collin

 

Ein Bürgerprogramm

Vor gut einer Woche habe ich die Aktion „Meine beste Idee“ vorgestellt. Sie soll dazu dienen, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu einem Dialog einzuladen und nach ihrer Meinung zu fragen. In den vergangenen Tagen haben viele fleißige Helfer in der SPD dazu passende Postkarten an die Haushalte verteilt – über 10.000 Stück. Das nenn‘ ich mal eine stolze Zahl. Und es hat sich gelohnt: Kaum waren die ersten Karten verteilt, trudelten viele Vorschläge der Oranienburger per E-Mail bei mir ein. Ganz herzlichen Dank dafür. Aufgrund der Fülle der E-Mails komme ich fast gar nicht mit dem Beantworten hinterher.

Ich habe mir überlegt, daraus ein Bürgerprogramm zu schreiben – mit Ihren Ideen für Oranienburg. Projektideen habe ich natürlich auch, die berede ich jedoch gern an anderer Stelle mit Ihnen. Ich freue mich über weitere Zuschriften von Ihnen und bin auf Ihre besten Ideen gespannt.

Ihre Jennifer Collin

Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin will die besten Ideen der Oranienburger umsetzen
Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin will die besten Ideen der Oranienburger umsetzen

Ein friedliches neues Jahr

Die besinnlichen Feiertage liegen hinter uns und das neue Jahr ist gestartet. Ich wünsche allen viel Gesundheit, Glück und vor allem Frieden – gerade in Zeiten wie diesen.

Ich hätte als junges Mädchen – gerade in der Nachwendezeit – nie gedacht, dass mir der Krieg mal so nah sein würde. Natürlich kenne ich viele Berichte meiner Großeltern aus der Kriegszeit. Sie waren noch Kinder und hatten ihren ganz eigenen Blick darauf.

Als ich 2002 im Rahmen eines Projekts nach Bosnien reiste, wurde mir auch da der Krieg präsenter, auch wenn der Jugoslawienkrieg schon einige Zeit zurück lag. Doch vielerorts konnte man die Einschusslöcher in den Häusern noch sehen. In dem Krieg starben vor allem viele junge, unbeteiligte Menschen.

In den vergangenen Jahren hat mich der Krieg in Syrien vielfach beschäftigt. Als Mutter zweier Söhne trifft dies mich, so glaube ich, noch viel tiefer als früher. Durch die sozialen Medien können wir fast „live“ dabei sein und vor allem Bilder verletzter sowie traumatisierter Kinder kursieren im Netz. Mir geht das sehr nah. Nicht nur deshalb hatte ich vor 2 Jahren mit Gleichgesinnten eine Eltern-Kind-Gruppe in der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz gegründet. Sie existiert noch heute, wenngleich ich nur selten dabei sein kann. Hier treffen Kinder der verschiedensten Nationalitäten aufeinander und spielen einfach miteinander. Viele Eltern, aber auch alleinstehende Männer, die ihre Familien zurücklassen mussten schauen vorbei und beschäftigen sich liebevoll mit den Kleinen.

Solch einen Umgang würde ich mir in vielen Kontexten wünschen: Mehr Miteinander, aufeinander zugehen und Verständnis. Jeder kann dazu beitragen, ein bisschen Frieden zu schaffen – sei es ein guter Nachbar zu sein, ein freundlicher Kunde, ein hilfsbereiter Passant oder ein fairer Mitstreiter in einem Wettbewerb.

In diesem Sinne: Auf eine gute Zukunft für Oranienburg.
Ihre Jennifer Collin