Kleine Zwischenbilanz

Der Frühling ist da. Das ist an jeder Ecke zu spüren. Das bringt neue Energie und bedeutet für mich:
Es geht raus! Demnächst startet der intensive Haustürwahlkampf und die Vorfreude auf die Spielplatzsprechstunden steigt. Das heißt für mich: Ich treffe Sie, liebe Oranienburgerinnen und Oranienburger. Das heißt aber auch: Zeit, einmal auf die vergangenen 8 Monate zurückzublicken.

Seit fast einem ¾ Jahr befinde ich mich im Wahlkampf. In dieser Zeit habe ich viele Menschen schon getroffen. Besonders in Erinnerung bleiben mir natürlich meine ersten Termine als Kandidatin auf der Suche nach Mitstreitern – und die habe ich gefunden. Die Unterstützung innerhalb der SPD ist enorm. Aber auch außerhalb der eigenen Reihen besteht viel Unterstützung.

Ich freue mich, dass bekannte Persönlichkeiten in der Stadt mir den Rücken stärken und sich darüber freuen, dass ein junger, enthusiastischer Mensch die Stadtspitze erkämpfen will.

Für mich neu war es, zunehmend auf offener Straße erkannt zu werden und ein Stück weit Privatsphäre einzubüßen. Aber das nehme ich gerne in Kauf, denn ich möchte eine sehr nahbare Bürgermeisterin, „quasi zum Anfassen“ sein. Neulich habe ich eine halbe Bürgersprechstunde beim Kinderchirurgen in Hohen Neuendorf durchgeführt. Ich staunte nicht schlecht, dass sich meine Kandidatur sich selbst bis dort hin weitergesprochen hatte. Aber es machte Spaß, in ungezwungener Atmosphäre aufeinanderzutreffen und die Anliegen der Bürger zu besprechen. Gleichermaßen neu ist es aber auch, zunehmend auf die anderen Kandidaten zu treffen. Auch hier ist mir ein lockerer, entspannter Umgang miteinander wichtig und das funktioniert bisher ganz gut.

Immerhin treten wir zu einer demokratischen Wahl und einem besonderen Amt als Kandidaten an.
In diesem Sinne freue ich mich auf die kommenden 6 Monate, in denen ich darum kämpfen werde, Ihre Bürgermeisterin zu werden.

Ihre  Jennifer Collin

Erinnerungen an den 15. März 1945

„Es bebte und krachte fürchterlich …ich betete, dass ich zuerst sterben möchte“

Heute vor 72 Jahren war Oranienburg einem schweren Bombenhagel ausgesetzt.  Mehrere Tausend Menschen verloren ihr Leben; die Stadt wurde schwer zerstört. Der 2. Weltkrieg, der von den Nationalsozialisten mit abscheulicher Gier und Zerstörung ausging, war spätestens jetzt mit all seinem Schrecken in Oranienburg angekommen.

Viele Einwohner erinnern sich noch an diesen Tag, an den wir heute mit diesem Zeitzeugenbericht von Inge Risse erinnern wollen. Zudem findet ab 16 Uhr auf dem städtischen Friedhof ein Gedenken statt, zu dem Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, Pfarrer Friedemann Humburg und das Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt eingeladen haben.

Ihre
Jennifer Collin

Holländisches Viertel – Gibt es nicht wichtigere Themen?

Vor 2 Wochen bin ich mit der Idee eines holländischen Viertel an die Öffentlichkeit gegangen. Sie führte zu sehr viel Interesse und positiver Resonanz. An diesem Samstag werde ich mit ein paar SPD-Mitgliedern und einigen Bürgern eigens eine Projektfahrt ins niederländische Enschede unternehmen, um mehr über Stadtplanung und holländischen Wohnungsbau zu erfahren. Ich bin schon ganz gespannt und voller Vorfreude.

Dennoch habe ich einige Stimmen vernommen, von denen es heißt: Holländisches Viertel – haben wir denn nicht dringendere Probleme? Ich sage dazu: Ja und nein.

Als Bürgermeisterin muss man aus meiner Sicht, Mut zu Gestaltungswillen beweisen. Hätte jemand vor 15-20 Jahren mal gedacht, dass wir irgendwann einmal die Schlossbrücke umsetzen würden und dass der Grünstreifen entlang der Havel eines der Top-Adressen zum Spazierengehen und Entspannen sein wird? Hätten wir vor 20 Jahren gedacht, dass die Orangerie wieder zum Leben erweckt wird und der Schlosspark einen so wunderbaren Wasserspielplatz erhält? Wie wir wissen, kam es anders und all diese Entwicklungen haben enormen Einfluss auf die Lebensqualität in unserer Stadt genommen. Das will ich auch erreichen.

Natürlich stehen wir vor sehr großen Herausforderungen – allen voran die Schaffung von (günstigem) Wohnraum und Kitaplätzen. Mit der Idee des holländischen Viertels möchte ich aber genau da ansetzen. So ein Quartier kann ein Mix aus Wohnungen für wirtschaftlich starke und schwächere Menschen – für Junge und Alte – für Alteingesessene und Neubürger sein. So ein Quartier kann Tagespflegeeinrichtungen für ältere Menschen, aber auch eine Kita oder Tagespflegestellen für Kinder enthalten. Wie wäre es zudem mit einem Generationenspielplatz?

Sie sehen: Ich habe ein Bild von Oranienburg vor Augen, das ich aber gerne gemeinsam mit Ihnen weiterzeichnen möchte. Was sind denn Ihre Vorstellungen für ein solches Quartier? Was wäre Ihnen dabei wichtig? Wo könnte es errichtet werden?

Ich plädiere dafür, nicht in Schranken zu denken und eine Vision für Oranienburg zu entwickeln – aber nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.

Ihre Jennifer Collin

 


Bild: Presseerklärung Hollandfahrt (v.l. Marga Schlag, Jennifer Collin, Dirk Blettermann)

Jugend voran – Mach’s ab 16!

Ich bin die Jüngste aller Bürgermeisterkandidaten. Für manch einen scheint das eine Schwäche zu sein, aber ich sehe es eher als Stärke. Ich bin kreativ und voller Elan. Trotz meines jungen Alters bin ich schon 10 Jahre in politischen Verwaltungen aktiv und kenne als studierte Politikwissenschaftlerin das System. Außerdem ist meine Jugendzeit noch nicht allzu lange her.
Schon als Schülerin habe ich mich für andere Kinder und Jugendliche eingesetzt. In meinem Job als Mitarbeiterin beim „Toleranten Brandenburg“ konnte ich viele spannende Projekte zur Jugendbeteiligung begleiten. Dazu gehörten auch Kampagnen wie „Mach’s ab 16!“ vom Landesjugendring. Was sich dahinter verbirgt? Ein tolles Portal rund ums Wählen ab 16 – denn seit Dezember 2011 können Jugendliche ab 16 Jahren im Land Brandenburg wählen – auch eine neue Bürgermeisterin in Oranienburg.

Von daher sei an alle Jugendlichen appelliert:

Macht euch schlau, guckt euch die Kandidaten an – aber vor allem und das ist mir sehr wichtig: Wählt demokratisch. Extremisten und Populisten sind nicht mehr als „anti“ – konkrete Lösungen braucht ihr euch von denen nicht zu versprechen Das sind die wahren „Volksverräter“ (um mal deren Polemik aufzugreifen).

Wenn ihr Fragen habt oder einfach mal etwas los werden wollt zu Oranienburg, schreibt mir:

Mail an Jennifer – info@jennifercollin.de
Jennifer auf Facebook
Jennifer auf Twitter

Mehr Informationen zum Wählen ab 16 gibt es hier: http://www.machs-ab-16.de

Eure Jennifer

Jennifer Collin – Jugend voran

Ein Bürgerprogramm

Vor gut einer Woche habe ich die Aktion „Meine beste Idee“ vorgestellt. Sie soll dazu dienen, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu einem Dialog einzuladen und nach ihrer Meinung zu fragen. In den vergangenen Tagen haben viele fleißige Helfer in der SPD dazu passende Postkarten an die Haushalte verteilt – über 10.000 Stück. Das nenn‘ ich mal eine stolze Zahl. Und es hat sich gelohnt: Kaum waren die ersten Karten verteilt, trudelten viele Vorschläge der Oranienburger per E-Mail bei mir ein. Ganz herzlichen Dank dafür. Aufgrund der Fülle der E-Mails komme ich fast gar nicht mit dem Beantworten hinterher.

Ich habe mir überlegt, daraus ein Bürgerprogramm zu schreiben – mit Ihren Ideen für Oranienburg. Projektideen habe ich natürlich auch, die berede ich jedoch gern an anderer Stelle mit Ihnen. Ich freue mich über weitere Zuschriften von Ihnen und bin auf Ihre besten Ideen gespannt.

Ihre Jennifer Collin

Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin will die besten Ideen der Oranienburger umsetzen
Bürgermeisterkandidatin Jennifer Collin will die besten Ideen der Oranienburger umsetzen

Ein friedliches neues Jahr

Die besinnlichen Feiertage liegen hinter uns und das neue Jahr ist gestartet. Ich wünsche allen viel Gesundheit, Glück und vor allem Frieden – gerade in Zeiten wie diesen.

Ich hätte als junges Mädchen – gerade in der Nachwendezeit – nie gedacht, dass mir der Krieg mal so nah sein würde. Natürlich kenne ich viele Berichte meiner Großeltern aus der Kriegszeit. Sie waren noch Kinder und hatten ihren ganz eigenen Blick darauf.

Als ich 2002 im Rahmen eines Projekts nach Bosnien reiste, wurde mir auch da der Krieg präsenter, auch wenn der Jugoslawienkrieg schon einige Zeit zurück lag. Doch vielerorts konnte man die Einschusslöcher in den Häusern noch sehen. In dem Krieg starben vor allem viele junge, unbeteiligte Menschen.

In den vergangenen Jahren hat mich der Krieg in Syrien vielfach beschäftigt. Als Mutter zweier Söhne trifft dies mich, so glaube ich, noch viel tiefer als früher. Durch die sozialen Medien können wir fast „live“ dabei sein und vor allem Bilder verletzter sowie traumatisierter Kinder kursieren im Netz. Mir geht das sehr nah. Nicht nur deshalb hatte ich vor 2 Jahren mit Gleichgesinnten eine Eltern-Kind-Gruppe in der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz gegründet. Sie existiert noch heute, wenngleich ich nur selten dabei sein kann. Hier treffen Kinder der verschiedensten Nationalitäten aufeinander und spielen einfach miteinander. Viele Eltern, aber auch alleinstehende Männer, die ihre Familien zurücklassen mussten schauen vorbei und beschäftigen sich liebevoll mit den Kleinen.

Solch einen Umgang würde ich mir in vielen Kontexten wünschen: Mehr Miteinander, aufeinander zugehen und Verständnis. Jeder kann dazu beitragen, ein bisschen Frieden zu schaffen – sei es ein guter Nachbar zu sein, ein freundlicher Kunde, ein hilfsbereiter Passant oder ein fairer Mitstreiter in einem Wettbewerb.

In diesem Sinne: Auf eine gute Zukunft für Oranienburg.
Ihre Jennifer Collin

Mehr Miteinander

Die Adventszeit hat begonnen. Zeit für mich, die vielen schönen Weihnachtsmärkte in unseren Ortsteilen und Weihnachtsfeiern zu besuchen. So war ich beispielsweise bei der Seniorenweihnachtsfeier in Lehnitz. Dort konnte ich spannende Gespräche führen und hier habe ich mal wieder festgestellt: Oranienburg ist ein „Dorf“ – irgendwie kennt doch jeder jeden. So traf ich eine Dame, die mit meinem Urgroßvater Alfred Collin zur Schule ging.

Die Welt ist klein, aber das gefällt mir eben besonders an Oranienburg. Wir sind eine große Familie.

Das habe ich auch beim Tag der Heimat, der vom  Bund der Vertriebenen (BdV) am 3. Dezember veranstaltet wurde, hervorgehoben. Der Vorsitzende, Herr Speckmann zog Parallelen der Flüchtlinge von damals und heute und appellierte trotz der Unterschiede an die Gemeinsamkeiten. Das habe ich in meiner kurzen Ansprache beim BdV aufgegriffen und von der Lebensgeschichte einer Verwandten erzählt. Sie musste 1945 aus einer kleinen Stadt an der litauischen Grenze flüchten. Bis zu ihrem Tode vor einigen Jahren war ihr Herz schwer, wenn sie an ihre Flucht dachte. Doch die Flüchtlinge von heute, und da berichtete ich von einer syrischen Familie in Lehnitz, mit der ich befreundet bin, haben ebenfalls  schwere Herzen. Das sollte man nicht vergessen. Umso abscheulicher fand ich die Rede von Herrn Ney (CDU) beim Tag der Heimat, der versuchte, die Flüchtlinge von damals und heute gegeneinander auszuspielen und Hass zu säen. Das war nicht nur geschmacklos, sondern ganz unterste Schublade. Ich kann es nur wiederholen: Hass bringt uns nicht voran. Wir sollten an das Verbindende zwischen den Menschen appellieren und mehr Miteinander leben.

In diesem Sinne – Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen
Ihre Jennifer Collin

Erinnerungen an Regine

regine-hildebrandt
Heute jährt sich der 15. Todestag von Regine Hildebrandt. Ihr Geist lebt noch heute und ihr Wirken ist unvergessen. Gerade letzte Woche besuchte ich den Verein Jahresringe, der sich mit ihr eng verbunden fühlt und nach Regines Credo arbeitet: „Sagt mir nicht, dass es nicht geht“. Auf der Veranstaltung, bei der mich die vielen engagierten Menschen und ihre Projekte sehr berührt haben, schauten wir auch alte Videoaufnahmen von Regine an. Eine schöne Erinnerung.

Da meine Potsdamer Chefin, die ehemalige Sozialstaatssekretäin Angelika Thiel-Vigh eine alte Mitstreiterin von Regine Hildebrandt war, wirkt auch dort ihr Geist weiter. In der täglichen Arbeit hieß es auch: „Sagt mir nicht, warum Sachen nicht gehen – sagt mir, wie sie gehen“. Diesen Leitspruch werde ich auch als potenzielle Bürgermeisterin von Oranienburg beherzigen. Manch eine/r, der schon lange in bestimmten Strukturen gearbeitet hat, mag vielleicht eher zum NEIN-Sagen tendieren, als jemand Neues mit anderen Blickwinkeln und Perspektiven.

(Quelle: SPD Brandenburg)

Gedenken und erinnern

Traditionell jähren sich im Herbst viele bedeutende Termine. So fand am 9. November das Gedenken an die Opfer der Reichsprogromnacht statt. Im Rahmen dessen besuchte ich erstmals den jüdischen Friedhof in Oranienburg. Mich berühren solche Erlebnisse sehr und ich muss an meine Großmutter und ihre Berichte denken. Als kleines Mädchen wuchs sie in der Kriegszeit in Gransee auf. Sie erlebte mit, wie jüdische Mitbürger in aller Öffentlichkeit verfolgt und gedemütigt wurden. So berichtete sie, wie sie als ca 6-Jährige mit ansah, wie jüdische Bürger aus ihrer Wohnung verschleppt und ihr Hab und Gut auf die Straße geworfen sowie angezündet wurde. Besonders traumatisch beschrieb sie den Besuch einer Freundin in der Nähe des damaligen Konzentrationslagers Ravensbrück. Deren Vater arbeitete dort und verbot den Kindern, dem KZ zu nahe zu kommen. Trotzdem ahnten die Mädchen, was dort geschah und so versetzte es meine Großmutter in Angst, auch verschleppt zu werden. Auch die Bombenalarme verschreckten sie. So lief sie bei jedem Alarm trotz Verbot heimlich nach Hause zu ihrer Mutter, anstatt in der Schule zu bleiben.

Um so glücklicher bin ich heute, dass es in Oranienburg wieder eine jüdische Gemeinde gibt, die auch zum kulturellen Leben beiträgt. Trotzdem befängt mich bei jedem Sirenentest am Samstagmorgen in der Stadt ein beklemmendes Gefühl und ich muss an die Geschichten meiner Großmutter denken.

Gutes tun und mit Menschen sprechen

Ende Oktober hatte die SPD bei der Lichternacht Spenden gesammelt. Insgesamt 400 € kamen dabei zusammen. Vergangenen Freitag habe ich gemeinsam mit Dirk Blettermann und Björn Lüttmann die Spende an das ambulante Hospiz Oberhavel übergeben dürfen. Ich habe große Achtung vor der ehrenamtlichen Arbeit dieses Vereins und so ist es nicht verwunderlich, dass wir bei der Spendenübergabe lange mit Frau Krause vom Hospizverein übers Sterben gesprochen haben.

Viele Gespräche standen auch in den vergangenen Tagen wieder an. Nicht nur zum Thema Sport habe ich mich schlau gemacht, sondern auch im Bereich Soziales und Tourismus. Mein Kompetenzteam ist wieder um 2 Persönlichkeiten aus der Stadt Oranienburg angewachsen. Heute geht es weiter im Bereich Kultur. Ich bin gespannt.

Einige Wochen bleiben mir aber noch in diesem Jahr, um meine Tour durch die Stadt fortzusetzen. Der Terminkalender ist jedenfalls voll.

Ihre Jennifer Collin